italiano | deutsch | english
Concorso Busoni57

Die Geburt eines Wettbewerbes


Der Internationale Pianistenwettbewerb Feruccio Busoni wurde 1949 von Cesare Nordio, dem damaligen Direktor des Musikkonservatoriums „Claudio Monteverdi" von Bozen gegründet, um des 25. Todestages Busonis zu gedenken. Dieser Pianistenwettbewerb auf internationalem Niveau sollte der Stadt Bozen und seinem Konservatorium großes Ansehen bringen. Cesare Nordio hatte auf diesem Sektor bereits Erfahrungen sammeln können als Mitglied der Jury des Internationalen Wettbewerbes von Wien 1933 und 1936. Emil Gilels und Dinu Lipatti hatten dabei jeweils den zweiten Preis gewonnen. 1938 führte er sogar den Vorsitz der Prüfungskommission bei diesem Wettbewerb. Weitere Mitglieder der Jury waren Claudio Arrau, Wilhelm Backhaus, Alfredo Casella, Edwin Fischer, Ignaz Friedemann, Wilhelm Furtwängler, Walther Gieseking, Myra Hess, Wanda Landowska, Emil vom Sauer, Sergei Rachmaninoff und viele andere.
In jenen Nachkriegsjahren wollte man in Bozen, wo zwei Mentalitäten mit anregenden Gegensätzen aufeinandertreffen, eine Art musikalischer Brücke zwischen der italienischen und deutschen Kultur schaffen und damit auch die Bedeutung und den Einfluss Ferruccio Busonis ehrend hervorheben, den er als italienischer Künstler in Deutschland am Beginn des Jahrhunderts ausübte.
So nahm dieser Wettbewerb am 12. September 1949 seinen Anfang. Sogar Arturo Benedetti Michelangeli nahm mit Begeisterung daran teil, indem er eine ansehnliche Summe Geldes für den zweiten Preis zur Verfügung stellte und Mitglied der ersten Prüfungskommission war. Der Wettbewerb erregte sofort die Aufmerksamkeit der Musikwelt von damals, auch weil Nordio es verstand, die größten Persönlichkeiten des internationalen Konzertwesens einzubeziehen. Im Ehrenkomitee scheinen folgende Namen auf: Claudio Arrau, Wilhelm Backhaus, Arturo Benedetti Michelangeli, Alexander Borowski, Robert Casadesus, Alfred Cortot, Eduardo Del Pueyo, Edwin Fischer, Walther Gieseking, Josè Iturbi, Dinu Lipatti, Nikolai Orloff, Egon Petri, Arthur Rubinstein, Rudolf Serkin, Gino Tagliapetra, Carlo Zecchi. Petri, Tagliapietra und Zecchi waren Schüler Busonis. Selbst die Gemahlin Busonis, Gerda
schickte einen bewegten Brief, in dem sie ihre Anteilnahme und ihre Anerkennung ausdrückte. Für einige Jahre wurde der erste Preis nicht vergeben. In der ersten Auflage 1949 erhielt Alfred Brendel einen ehrenhaften vierten Preis. 1952 gewann der Römer Sergio Perticaroli den Busoni Preis. Es folgten Ella Goldstein 1953 und Aldo Mancinelli 1954. Für einige Jahre schuf man auch einen Kompositionswettbewerb für Klavier.
1956 gewann Jörg Demus den Busoni Preis und der Engländer Kenneth Leighton den ersten Preis des Wettbewerbes für Klavierkomposition (den zweiten Bruno Bettinelli). Großes Aufsehen erregte damals der Auftritt des erst 14jährigen Maurizio Pollini, der im letzten Augenblick Giorgio Vidusso in der schwierigen Aufgabe vertrat, die von der Jury ausgewählten Werke vorzuführen. Pollini hatte damit keine Schwierigkeiten, im Gegenteil, er spielte einige der schwierigen Kompositionen auswendig. Im Jahr darauf wurde er vom Konzertverein Bozen eingeladen, wo er alle Etüden Chopins vorstellte. 1957 wurde der Busoni Preis der 16jährigen Martha Argerich zuerkannt, und von da an finden wir viele bekannte Namen des internationalen Pianismus in den Reihen des Busoni Wettbewerbes: angefangen bei Garrick Ohlsson über Ingrid Häbler zu Walther Klien, Louis Lortie, John Ogdon bis zu Lilia Zilberstein. Sie sollen hier nicht alle aufgezählt werden, aber ihm Ehrenbuch werden sie alle angeführt. Sie sind es ja, welche die beeindruckende Geschichte unseres Wettbewerbes schrieben.